Prof. Dr. Carsten Herbes mit Videoausschnitt

Professor Dr. Carsten Herbes ist Leiter der Vertiefung International Business & Management und lehrt und forscht außerdem zu Erneuerbaren Energien. Er gibt bei den BWL-ern nur englischsprachige Vorlesungen mit internationalem Kontext. Bei den Landwirten hält er seine einzige deutschsprachige Vorlesung: „Standortentwicklung von Biogasanlagen“. Zudem leitet er als geschäftsführender Direktor das „Institute for International Research on Sustainable Management and Renewable Energy“ (ISR), ein neues Forschungsinstitut der HfWU.

Herr Herbes ist 42 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Freising bei München. Er hat einen 11-jährigen Sohn und eine 9-jährige Tochter. Als Kind wollte er Historiker werden. In seiner Freizeit geht er gerne in Kunstmuseen, liest, joggt oder fährt Ski.

Herbes startete seine Karriere bei der Siemens AG als Industriekaufmann. Anschließend hat er Betriebswirtschaft und Japanologie in Mannheim, Heidelberg und Tokyo studiert. Danach ging er zu Roland Berger- eine der größten und berühmtesten Unternehmensberatungen weltweit. Dort hat er 10 Jahre lang in ca. 15 verschiedenen Ländern gearbeitet- davon knapp 3 Jahre in Tokyo.

In diesen 3 Jahren konnte Herbes viele verschiedene Eindrücke von Japan gewinnen. Er bestätigt beispielsweise, dass Japaner voll mit dem Büro vereint sind, sodass es sogar vorkommt, dass Mitarbeiter im Unternehmen übernachten. Außerdem teilen die Japaner auch ihre privaten Probleme mit Ihrem Chef. Von ihm erhoffen sie sich dann einen viel versprechenden Lösungsvorschlag. An diese und weitere Aufgaben / Bräuche musste sich Herbes als junge Führungskraft erst einmal gewöhnen. Er empfiehlt Japan auch als Urlaubsziel. Abseits der Metropolen in den ländlichen Gegenden, gibt es sehr schöne Landschaften zu erkunden. In den Bergen trifft man auf Affen und wenn man weiter westlich Richtung China geht, hat man z.T. 5 Meter Schnee zum Skifahren. Ebenfalls berühmt sind die heißen Quellen in den Bergen Japans, in denen man sich hervorragend nach einem anstrengenden Skitag erholen kann.

Aus seiner Tätigkeit bei Roland Berger erzählt Herbes von einem spannenden Projekt in China, bei dem er eine chinesische Tageszeitung beraten hat. In einem Staat mit Zensur ist die Arbeit mit einem Presseprodukt in der Regel sehr spannend, da man auf viele gesetzliche und politische Vorgaben achten muss. So war es beispielsweise vorgeschrieben, dass die Politik auf der ersten Seite jeder Zeitung stehen muss. Herbes und sein Team sollten die Zeitung dabei unterstützen, sie attraktiver zu gestalten, da die zwei Haupttageszeitungen in der betreffenden Region sich ständig wirtschaftlich bekämpften. Dazu wurde ein Halbmantel mit den spannenden Inhalten der Ausgabe entwickelt, mit welchem die erste Seite umwickelt wurde, sodass beides- die spannenden News sowie die Politikseite auf den ersten Blick zu sehen waren.

Der Wechsel zur Nawaro BioEnergie AG im Jahr 2007 war zunächst eine Zufallsentscheidung, so Herbes. Das Unternehmen war das erste, das Biogasanlagen im industriellen Maßstab errichtet und betrieben hat. Da die Erneuerbaren Energien eine extrem politische Branche sind, war der Dialog mit der Politik in Berlin Teil seines Tagesgeschäfts. Herbes sieht in den Verhandlungen mit dem Gesetzgeber einen extrem wichtigen Erfolgsfaktor für das Unternehmen und die Branche.

Neben seiner beruflichen Karriere hatte Herbes schon immer Lehraufträge z.B. in Erding, Bremen, Mannheim und St. Gallen wahrgenommen und schrieb betriebswirtschaftliche Aufsätze. Mit 40 Jahren  machte er letztlich sein Hobby zum Beruf und begann seine Professur an der HfWU.

Die Freiheit als Professor und das positive Feedback von Studenten und Professoren motivieren ihn, auch weiterhin aktiv für die HfWU zu sein. So gründete Herbes ein Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit. Erst kürzlich gewann es sein erstes Forschungsprojekt vom Bundesministerium. Das Projekt „enEEbler“ setzt sich mit der Fragestellung auseinander, ob die nachhaltigen Interessen, für die sich Bürger in ihrem Privatleben einsetzen auch innerhalb des Betriebs eingebracht werden  können; wenn ja, wie- bzw. wenn nein, warum nicht? Das Projekt verspricht viele spannende Events, wie z.B. den Besuch bei VW. Dort wurde eine Belegschaftsgenossenschaft gegründet, die sich für erneuerbare Energien im Konzern einsetzt und eine Photovoltaikanlage auf einem der Hallendächer des VW-Werks in Emden betreibt. Als Erfolgsfaktor für das neue Institut sieht Herbes vor allem die fakultätsübergreifende Arbeit.

Mehr zum Thema, was Herbes an der HfWU gefällt, und was er euch gerne mit auf den Weg geben möchte, findet ihr im Video hier im Video:

Wenn ihr noch weitere Fragen an Herrn Herbes habt, schreibt uns einfach unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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